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Aikido in Deutschland

Aikido in Deutschland

Die Entwicklung des Aikido in Deutschland läßt sich ziemlich kurz umreißen.

Mitte der sechziger Jahre richtete eine Gruppe von Judoka in Münster eine förmliche Anfrage nach einem Aikido-Lehrer an das Aikikai Honbu. Weil der ursprünglich ausersehene Aikidolehrer verhindert war, wurde Katsuaki Asai, damals 23 Jahre und 4. Dan, als vorläufiger Vertreter entsandt. Seine Ankunft in Münster im Oktober 1965 markiert damit die Geburtsstunde des Aikido in Deutschland.

Als im November desselben Jahres Gerd Wischnewski nach drei Jahren in Japan als 2. Dan nach Deutschland zurückkehrte, bildeten sich innerhalb des Deutschen Judo Bundes (DJB), dem die Aikido-Sektion damals noch angehörte, zwei Lager, eines um Asai und eines um Wischnewski, was schließlich 1967 zu Asais Trennung vom Judo Bund und zur Gründung des Aikikai Deutschland e.V. führte. Somit gab es fortan zwei Aikido-Organisationen in Deutschland.

1970 ging die Leitung der Aikido Sektion im DJB von Gerd Wischnewski auf Rolf Brand über, und die Sektion entwickelte in den folgenden Jahren enge Verbindungen zu André Nocquet in Frankreich, der in den fünfziger Jahren zwei Jahre im Aikikai Hombu zugebracht hatte. 1975 spaltete sich dann Rolf Brand mit dem Deutschen Aikido Bund (DAB) vom DJB ab. Seit 1978 orientiert sich die Aikido Sektion des DJB in Richtung des Tendokan Aikido von Kenji Shimizu.

Mit Gründung der Freien Deutschen Aikido Vereinigung (FDAV) erlebte der Aikikai Deutschland 1984 eine erste Spaltung, als einige Unzufriedene sich von der Vereinigung lossagten. Technisch orientiert sich die FDAV an Nobuyoshi Tamura.

Eine weitere Abspaltung ereignete sich 1987 mit dem Entstehen des Bundesverbandes der Aikido-Schulen (BDAS), in dem ausschließlich professionelle Aikido-Schulen organisiert sind. In dasselbe Jahr fällt die Entstehung des Aikido Yoshinkai Deutschland.

Als 1993 der Deutsche Judo-Bund den Beschluß fasste, außer Judo keine weitere Disziplin zu fördern, wurde aus den Reihen der ehemaligen Sektion Aikido des DJB der Tendoyru Aikido-Verband Deutschland e.V. (TAD) gegründet.

1999 wurde mit der Aikido Föderation Deutschland eine weitere, dem Aikikai Honbu in Tokyo angegliederte Organisation ins Leben gerufen, mit S. Endo (Japan) und C. Tissier (Frankreich) als Shihan.

Im April 2002 wiederum trennte sich Rolf Brand vom DAB und gründete die Aikido Union Deutschland (AUD).

Seit 2003 schließlich ist das Bestehen des Bundesverbandes Takemusu Aiki Deutschland zu vermerken.

Neben den genannten Verbänden haben inzwischen noch weitere Aikido-Organisationen in Deutschland Fuß gefaßt.
Dazu gibt es noch ein paar Splittergruppen der bereits erwähnten Verbände, eine Reihe von Dojo, die der Aikikai Stiftung angegliedert sind, sich aber an anderen Meistern außerhalb Deutschlands (z.B. Hiroshi Tada, Hirokazu Kobayashi, Christian Tissier, Stefan Stenudd) oder internationalen Organisationen orientieren, sowie natürlich auch noch einige verbandsunabhängige Schulen und Vereine.

Verbände und Organisationen

Folgende Liste gibt, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, einen Überblick über Aikido-Organisationen in Deutschland.

Ein Urteil darüber aber, welche dieser Organisationen nun das echte, das einzig wahre oder das (politisch) korrekte Aikido verbreitet, oder ob ich gerade diesen betreffenden Verband übersehen habe, überlasse ich anderen.

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